Montag, Jänner 23, 2006

BIOGRAFIE:

Leslie A. White (1900-1975)

-Geb.: 19. Jänner 1900, in Salida, Colorado

-1919 Studium an der „Louisiana State University“ für Soziologie und
Psychologie

-1923 B.A (Bakkalaureat) in Psychologie, danach wechselte er an die
„Columbia University“

-1924 M.A (Magister) in Psychologie an der „Columbia University“

-1925 Studium für Soziologie/Anthropologie an der „University of Chicago“
Feldforschung in New Mexico bei denn Acoma Pueblo

-1927 PhD (Doktor der Philosophie), wechselte und lehrte an der
„University of Buffalo“

-1929 Reise in die Sowjet Union, danach starkes Interesse für die Politik

-1930 er löste Julian Steward in Ann Arbor, “University of Michigan“, ab;
einzige Professor für Anthropologie

-1932 White führte die Feldschule im süd-westen Amerikas

-1936 Leslie White nahm Mischa Titiev mit an die „University of Michigan“

-1959 „The Evolution of Culture:The Development of Civilization to the Fall
of Rome“ veröffentlicht

-1970 Professor an der „U,C. Santa Barbara“

-31. März 1975 Leslie A. White starb an einem Herzinfarkt in Lone Pine


Schüler:

Robert Carneiro, Beth Dillingham, Gertrude Dole, Eric Wolf, Elman Service, Marshal Sahlins, u.v.m.


Theorie und Begriffe:

„The Evolution of Culture: The Development of Civilization to the Fall of Rome“(1959)

- „White’s Law“ = die Entwicklung der Kultur ist davon abhängig wie viel
Energie erwirtschaftet wird. (energy consumption)

- 5 Entwicklungsstufen: 1. Verwendung der Energie der eigenen Muskeln.
2. ...... gezähmter Tiere.
3. ...... von Pflanzen.
4. ...... natürlicher Energiequellen (Kohle,Gase,Öl)
5. ...... der Kernenergie

- „culturology“ = der Zusammenhang zwischen der Natur und der Technologie,
der Umwelt und der Wirtschaft

- Neo-Evolutionismus: Interesse an Evolutionismus wieder geweckt, weist aber viele Ideen des klassischen Evolutionismus zurück; Sozialer evolutionismus, empirisch belegbar, nachprüfbare Informationen um den Prozess der kulturellen Evolution zu analysieren

- 3 kulturelle Komponenten: 1. technologische Kultur
2. soziologische Kultur
3. ideologische Kultur

- Argumente: 1. die Technologie versucht die Überlebenschancen zu erhöhen.
2. das heißt, möglichst viel Energie zu erwirtschaften um die
menschlichen Bedürfnisse zu schützen.
3. Gesellschaften die über mehr Energie verfügen und
diese effektiver nützen können, stehen über denn anderen
Gesellschaften.
4. Diese Gesellschaften sind fortgeschrittener als andere.
Werke:
„The Science of Culture:A Study of Man & Civilization“(1949)
„The Evolution of Culture:The Development of Civilization to the Fall of Rome“(1959)
„The Concept of Culture“(1973) „The Concept of Cultural Systems:A Key to Understanding Tribes & Nations“(1975)
Außerdem noch einige Artikeln über seine Feldforschung bei denn Acoma Pueblo.

BIOGRAFIE:

Marvin Harris (1927-2001)

-Geb.: 18. August 1927 in Brooklyn, New York

-1953 PhD (Doktor der Philosophie) an der „Columbia University“

-1953 lehrte er Anthropologie an der „Columbia University“

-1955 Feldforschung in Mozambique, welche ihn stark politisierte und zum
ultramaterialisten machte

-1981 wechselte Harris an die „University of Florida“ und lehrte dort
Anthropologie

-25. Oktober 2001 Marvin Harris starb in Gainesville, Florida


Einfluss, Theorie und Werke:

- stark beeinflusst von Thomas Malthus und Karl Marx
- wirkte auch bei der „American Anthropologie Association“ (AAA) mit

- beeinflusste sehr stark denn Kulturmaterialismus
- selbst bezeichnete er sich als Ultramaterialist
- Feldforschung in Islas de la Bahia, Brasilien, Mozambique, Ecuador, Indien,
East Harlem

- Verfasste 17 Bücher
- hauptsächliche Themen: „race“, Evolution und Kultur, meistens nahm er als
Bezugspunkt Latein Amerika
- bei seinen anderen FF beschäftige er sich mit z.B. heiligen Kühen in Indien,
Tabu Schweine zu essen, Kannibalismus, Hexerei, Kriegsführung, u.a.
- hat alles materialistisch erklärt und beschrieben
- „Cows, Pics, Wars, and Witches: The Riddles of Culture“
- „Cultural Materialism: The Struggle for a Science of Culture“
- u.v.m

Freitag, November 25, 2005

Essay zum Thema 4. Durkheim:

 
Welche Spezifika seines Werkes machen Durkheim zu einem wichtigen Einflussgeber der anthropologischen (bzw.sozialwissenschaftlichen) Theorienbildung des 20.Jahrhunderts?
Worin bestehen die Neuerungen im Denken Durkheims, die spätere Forschungsrichtungen inspirierten?
 
 
Um genauer auf die Frage, welche Spezifika Émile Durkheim zu einem wichtigen Einflussgeber der anthropologischen Theorienbildung im 20. Jahrhundert machen, eingehen zu können, scheint es mir notwendig eine kurze Aufarbeitung seiner Biografie zu bearbeiten. Um mögliche Zusammenhänge zu erkennen, möchte ich außerdem kurz darauf eingehen, wer Émile Durkheim beeinflusst hatte, vorallem in seinen Werken über die Religion.

Émile Durkheim wurde am 15.April 1858 in Épinal (Lothringen) geboren. 1874 besuchte er das Collége d’Épinal in Épinal, wo er aufgrund seines Jüdischen Elternhauses nebenbei Hebräisch, das Alte Testament und den Talmud studierte, um Rabinner zu werden. In seinen Jugendjahren wendete er sich dem Judentum jedoch ab.1875 setzte er seine Schulausbildung an der Lycée Louis le Grand in Paris fort.1882 Absolvierte Durkheim das Studium Philosophie an der École Normale Supéviere ebenfalls in Paris. Anschließend unterrichtete er am Lycée in Sens, Yvonne später am Saint-Quentin, Aisne, dann am Troyes und Aube. Im Jahr 1885 reiste er für ein Jahr ins Deutsche Reich für das Studium in Soziologie und Pädagogik.1887 wurde er Mitglied der Universität in Bordeaux, wo er Sozialwissenschaften und Pädagogik lehrte.1898 gründete Émile Durkheim die Zeitschrift „L’Année sociologique“, die Grundlage der Durkheim-Schule wurde. Er lehrte 1902 an der Universität Sorbonne, wo er als Höhepunkt seiner Lehrtätigkeit 1906 einen Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft erhielt.
Er starb am 15.November 1917 an den folgen eines Schlaganfalls in der Hauptstadt von Frankreich.

Schon sehr früh beschäftigte sich  der Franzose mit der Religion als das soziale Phänomen und wurde dabei sehr stark  unteranderem von Numa Denis Fustel Coulanges Werk „Ancient City“(1864), aber auch von W.Robertson Smith und seiner ethnologischen Arbeit über „the arabian clan system“(1885)[vgl.1], beeinflusst, “welches ein wichtiger Input in Durkheim’s theorie, den Totemismus als die wahre Form von Religion, war.“[1]

In seinem wohl bekanntesten Werk „Le suicide“(Der Selbstmord bzw. Die Selbsttötung,1897) ,beschäftigte er sich mit den verschiedenen Selbstmordraten unter Protestanten und Katholiken, wobei er bei den Katholiken gewisse unterschiede feststellte, “die er auf die strengere soziale Kontrolle unter den Katholiken zurückführte.“[2]
Ebenso entwickelte er in diesem Werk den Begriff der Anomie (griech.:a=“un“,nomos=“Ordnung“). Durkheim versteht darunter den Rückgang von religiösen Werten und Normen, die zu „Verwirrungen der sozialen und moralischen Ordnung “ [2] führen müssen, bis hin zur Selbsttötung (anomischer Suizid).
„Seine Studie über die Religion ist die anthropologischte von all seinen Arbeiten“[3], wie man an seinem Werk, „Les formes élémantaires de la vie religieuse“(dt. Die elementaren Formen des religiösen Lebens,1912), erkennen kann.

Für „Les formes élémantaires de la vie religieus“spezialisierte Durkheim sich auf die in Australien beheimateten Aborigines, genauer die Arunta. Er wählte dieses Volk, weil es für ihn die „elementarste“ Form von Religion und Kultur vertratt.[vgl.4]Die für ihn ursprünglichste Form von Religion, war der Totemismus. Die Sakrale und Objekte (Totems) haben die Funktion, eine Gruppe, beziehungsweise einen Clan, zusammenzuhalten. Der Totem ist der Begriff für Gemeinschaft.

Durkheim erkannte bei seinen Forschungen bald, dass andere Religionen, wie die der industrialisierten Gesellschaften, kaum anders sind, als die, beispielsweise,der Arunta.
Er beschreibt in seinem Werk, dass „Religion etwas besonders soziales ist.Religiöse Darstellungen sind kollektive Darstellungen welche kollektive Wirklichkeiten ausdrücken.“[4]Sprich:Es gibt eine Übermenschliche Macht, die die Menschen tatsächlich beeinflusst, die „représentations collectives“.
Religion als „Produkt der Gesellschaft“.[4]
Durkheim trennt sehr stark das Heilige (sakrale) vom weltlichen (profane).
Ein weiterer wichtiger Bergriff der in diesem Werk vorkommt wäre „Ritual“. Er schreibt, dass die Menschen im Ritual die Gesellschaft verehrt.

Andere Zentrale Fragen die ihn beschäftigten bearbeitete Durkheim in seinem Werk „De la division du travail sociál“(dt.Über die Teilung der sozialer Arbeit,1893).
Fragen über die moderne Industriegesellschaft. Was prägt diese und welche unterschiede gibt es in Bezug auf andere Gesellschaften?
Seine Antwort: die Arbeitsteilung. Die „organische Solidarität“dient als Basis für die damals moderne Industriegesellschaft. Als „organische Solidarität“ versteht Durkheim die Abhängigkeit einzelner Individuen zu einander, die durch die Arbeitsteilung und der daraus folgenden Spezialisierung des Einzelen, hervorgerufen wird.“Jedoch entwickelte er eine Ideologie die genau das Gegenteil sagt-nämlich den Individualismus. Durkheim zeigte dieses Paradoxon in der Industreigesellschaft erstmalmals auf.“[2]Sie ersetzt praktisch die Religion in der damals modernen Industriegesellschaft.
Der „organischen Solidarität“ steht die „mechanische Solidarität“gegenüber, die für nicht industrialisierte Gesellschaften gilt. Da die Induviduen dieser Gesellschaften relativ unabhängig zu einander stehen, benötigen sie, laut Durkheim, einen anderen Bezugspunkt, der den Zusammenhalt ermöglicht. Die Religion.
 
Émile Durkheim’s Werke, Ideen und Arbeiten blieben keineswegs liegen.
Marcel Mauss, Neffe und Schüler Durkheims, arbeitete auch nach Durkheims tot mit seinen Ergebnissen und Theorien weiter. Auch erwähnenswert erscheint mir Maurice Halbwachs, ebenfalls Schüler von Émile Durkheim, der seine arbeiten weiter ausführte.
Wie auch die beiden Franzosen Bataille und Bordieu.
Selbst im Deutschsprachigen Raum beeinflusste Durkheim mit seinen Theorien. Die Rede ist von deutschen soziologen René König, dem Pionier der „Kölner Schule“, der sich stark an Durkheim lehnte.
 
Der frantösische Sozialwissenschaftler prägte insbesondere 2 große Theorien:
„Émile Durkheim ist in Europa nicht nur eine der Gründerfiguren der Soziologie, sondern-hier neben Morgan, Tylor, Malinowski und Mauss-auch der Anthropologie. Auf unterschiedliche Weise hat er sowohl den (primär britischen) Funktionalismus als auch (primär französischen) Strukturalismus geprägt.“[5]
 
Natürlich bekam Durkheim auch viel Kritik seiner Gergner zu hören. Ein Kritikpunkt war sein enormer Einfluss an der Sorbonne. Einige seiner Gegner warfen ihm vor, seinen Einfluss noch weiter auszudehnen durch das Einrichten von möglichst vielen Lehrstühlen für die Soziologie. Weitere Vorwürfe beinhalten, dass er kein großer Feldforscher, wie beisbielsweise Franz Boas, gewesen sei.Er bezog sich auf Berichte Zweiter Hand, ein sogenannter „armchair“ Forscher.
 
Trotz vieler Kritiker, die es zum Glück auch gibt, weil es sonst wohl zu wenigen wirklich sinnvollen Diskussionen kommen würde, war, ist und bleibt Émile Durkheim einer der wichtigsten Soziologen und Anthropologen, den wir alle so schnell nicht vergessen werden.
 
 
 
Stephan Höller
Wien, am 23.11.2005
 
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Quellen:
 
[1] Frederick Barth, Andre Gingrich, Robert Parkin, Sydel Silverman, One Discipline, Four           
     Ways.British, German, French and American Anthropologie; University of Chigago
      Press / Chigaco and London; Seit 172, Absatz 3
[2] de.wikipedia.org/wiki/Emile_Durkheim; 20.11.2005
[3] Siehe [1], Absatz 4
[4] durkheim.itgo.com/religion.html; 20.11.2005
[5] Andre Gingrich,Erkundungen, Themen der ethnologischen Forschung,,
      Kapitel 11. Wege zur transkulturellen Analyse, Seite 182, Der Funktion-
      alismus; böhlauWien

Freitag, November 04, 2005

spät aber doch noch,mein erster Beitrag für die breite Öffentlichkeit.
Ich bin dabei.
Danke für ihre "Aufmerksamkeit".